Wie alles entstanden ist ...

Hallo liebe Imker-Kollegen und Kolleginnen,
meine Name ist Matthias Reich. Ich bin seit ein paar Jahren Hobby-Imker und im Imkerverein Welden (bei Augsburg) aktiv. Dort habe ich mich in meiner Freizeit auch um die Jährliche Sammelbestellung des Vereins gekümmert.
Als Bienenfutter haben wir die letzten Jahre immer die braunen Apiinvert-Kartons von Südzucker bestellt, was aus Rübenzucker hergestellt wird.

Nachteile der 28 kg Apiinvert-Kartons von Südzucker:
Ich habe mich deshalb auf die Suche nach einer Alternative gemacht und auch eine gute Alternative gefunden. Diese biete ich meinem und jetzt auch anderen Imker-Vereinen über diese Webseite an. Nachfolgend mehr Details zur Entstehung.
Apiinvert per Tanklaster? Nicht so einfach!
Wegen der aufgezählten Nachteilen der 28 Kilo Apiinvert-Kartons, habe ich mich auf die Suche nach einer für unseren Verein besseren Alternative gemacht. Da wir kein Bienenfutter auf Stärkebasis wollten, was zwar etwas günstiger ist, aber nach verschiedenen Recherchen nicht so gut den natürlichen Nährstoffen der Bienen nachempfunden ist, kam für uns weiterhin nur Bienenfutter aus Rübenzucker in Frage.
Bei der z.B. in Bayern mit vielen Standorten vertretenen Baywa kostet ein 28 Kilo Karton Apiinvert laut deren Webseite 47,49 € (Stand 28.1.2025), also rechnerisch 1,70 € pro Kilo. Natürlich gibt es dort und auch bei verschiedenen Imkerbedarfs-Händlern bei Abnahme von größeren Mengen ein wenig Rabatte. Auf den reinen Produktpreis kommen aber in der Regel auch noch die Versand & Lieferkosten dazu, welche wegen des hohen Gewichts die Preise von Apiinvert pro Kilo hochtreiben. Und die oben aufgezählten Nachteile bestehen dann weiterhin.
Bei mir entstand deshalb zuerst die Idee, Apiinvert Bienenfutter in großen IBC-Containern zu bestellen. Diese Idee hatten schon mehrere Imker-Vereine, die Sammelbestellungen organisieren und haben diese teilweise auch umgesetzt. Doch was sich zuerst gut anhört, hat auch wieder einige Nachteile ...
Das Problem dabei: Ein IBC-Container mit z.B. 1.000 Liter ist z.B. 1,0 x 1,2 x 1,6 Meter groß. 1 Liter Apiinvert wiegt ca. 1,36 Kilo, somit gehen in einen 1.000 Liter IBC-Container fast 1.400 Kilo Apiinvert. Wenn man wie wie bei unserem Imker-Verein aber ein paar Tonnen Bienenfutter für die Vereinsmitglieder benötigt, benötigt man auch gleich mehrere IBC-Container. Apiinvert Bienenfutter kann man sich zwar direkt im IBC-Container per Spedition liefern lassen. Jedoch kauft man bei den Lieferanten (die ich gefunden habe) die IBC-Container immer mit. Der Grund hierzu ist meistens, dass der Speditions-LKW nicht warten kann, bis die IBC-Container entleert sind, bzw. evtl. schon vorhandene leere IBC-Container können nicht gleich mitgenommen werden, oder die Liefer-Firmen haben kein Interesse, benutzte IBC-Container zurückzunehmen, zu prüfen und zu reinigen.
Ein neuer 1.000 Liter IBC-Container kostet ca. 200 €, was in den Kilopreis von Apiinvert natürlich eingerechnet werden muss. Die Spedition liefert dann per LKW die IBC-Container an. Viele LKWs haben hinten zwar eine Hebebühne, jedoch ist diese technisch nicht in der Lage ein Gewicht von 1.400 kg zu heben. Deshalb müssen die schweren IBC-Conatiner vom LKW gehoben werden. In der Regel ist dafür ein richtiger Gabelstapler nötig. Traktoren können mit Ihrem Frontlader oft kein so hohes Gewicht heben. Und wenn man einen Gabelstapler organisieren könnte, dann muss diese genau zum Zeitpunkt der LKW-Ankunft bereit stehen. Also erfordert schon viel Organisation.
Bei mir entstand dann die Idee, für den Verein eigene IBC-Container mit jeweils 1.000 Liter zu kaufen. Dann hätten wir einen Tanklaster von Südzucker bestellen können, der uns dann 5.000 Kilo in die Tanks abfüllt, da dies die Mindestbestellmenge bei Südzucker ist. Leider benötigt der Tanklastzug 400 Volt Starkstrom, damit die Pumpe des Tanklasters das Apiinvert in unsere Tanks pumpen kann. Das hätte man im Verein vielleicht auch noch irgendwo organisieren können. Aber damit ist es nicht getan. Die 5.000 Kilo müssen ja auch irgendwie aus den Tanks wieder raus. Dazu müssen die Tanks erhöht z.B. auf Paletten stehen, damit das Apiinvert aus den Tanks abfließen kann. Denkbar wäre auch ein Pumpe zu verwenden, jedoch ist das auch nicht so einfach, da die normale Wasserpumpen das sehr zähflüssige Apiinvert nicht pumpen können. Professionelle Pumpen für hohe Viskosität, also zähe Flüssigkeiten, kosten zusätzlich schnell über 1 bis 2.000 € und müssen für mehrere Stunden Dauerbetrieb ausgelegt sein.
Dann benötigt man z.B. eine Personenwaage für die Messung der Abfüllmenge. Auf diese kann man dann einen Eimer/Kanister stellen, die Personenwaage auf 0 stellen und dann z.B. 14 Kilo in den Eimer/Kanister laufen lassen. Bei 5.000 Kilo und 14 Kilo pro Eimer/Kanister hätte dieser Vorgang 357 mal gemacht werden müssen. Da aus meiner Erfahrung mit Sammelbestellungen im Verein nie alle Besteller "ganz 100%ig kooperativ" sind, weiß ich, dass ein manueller Abfüllvorgang von 14 Kilo im Durchschnitt leicht 3 Minuten benötigt. Man muss die Behälter nämlich öffnen, schließen und zur Seite tragen. Und nach der langen eintönigen manuellen Arbeit lässt die Konzentration der freiwilligen Helfer zwischendurch auch mal nach und dann läuft bei der manuellen Abfüllung Apiinvert auch mal neben den Behälter. Dann ist man ein paar Minuten mit mühsamen Apiinvert-Aufputzen beschäftigt, bevor man weiter machen kann. Außerdem kann man das nicht alleine machen, da jemand dann die fast leeren Tanks kippen muss, protokollieren muss wer seine Bestellung schon abgeholt hat usw. Bei sehr gering geschätzten 3 Minuten pro Eimer/Kanister wären das in der Summe schon 1.071 Minuten, also fast 18 Stunden, d.h. mindesten volle Tage, in der sich mindesten jeweils 2 Vereinsmitglieder in Ihrer Freizeit um die Abfüllung kümmern müssen.
Und selbst wenn sich im Verein Mitglieder finden, welche sich in Ihrer Freizeit viele Stunden um die Abfüllung und dann um die Reinigung kümmern, so hat man dann hinterher immer noch einige dann leere sperrige 1,0 x 1,2 x 1,6 Meter große IBC-Container und evtl. Paletten herumstehen. Diese beanspruchen viel Fläche und stehen dann 364 Tage im Jahr irgendwo herum.
Also Apiinvert-Bienenfutter in IBC-Container abfüllen hört sich auf den 1. Blick gut an, aber benötigt viel Zeitaufwand für Organisation, Abfüllung, der von irgendwem im Verein in der Freizeit geleistet werden muss und Vorab sind Investitionen in Pumpe, Schläuche usw.
Da ich in unserem Verein keine Lust hatte, diesen ganzen Aufwand jedes Jahr neu in meiner Freizeit zu organisieren, ist dann die Idee entstanden, ein weiteres neues Geschäftsmodell daraus zu machen (ich bin seit 1999 Unternehmer), bei dem jede Partei Vorteile hat: Die Imker sehr gute Apiinvert-Preise, der Verein keinen Aufwand mehr mit der Bienenfutter-Sammelbestellung, die Umwelt weniger Müll und und ich als Unternehmer kann die Initialkosten refinanzieren und auch noch etwas Geld damit verdienen, wenn auch andere Vereine Ihre Bienenfutter-Sammelbestellung über mich abwickeln.
Ich habe einige Zeit investiert um passende temporäre Tanks zu finden, die ähnlich wie eine Luftmatratze "mit Apiinvert aufgeblasen" werden können. Diese können ohne Inhalt platzsparend zusammengefaltet und von einer Person getragen werden. Nachdem ich Hersteller solcher Tanks im Internet gefunden habe und mir individuelle Tanks habe produzieren lassen, fehlte "nur noch" eine Möglichkeit, die Abfüllung zeitsparend und ohne freiwillige Helfer abwickeln zu können. Da ich früher mal eine Elektronik-Ausbildung gemacht habe, habe ich eine Elektronik-Steuerung und eine dazu passende Software entwickelt. Diese wiegt zuerst den leeren Eimer/Kanister und merkt sich dessen Eigengewicht, Dann wird per Software die Pumpe gestartet, welche aus dem Tank Apiinvert in den Eimer/Kanister pumpt, vor erreichen des gewünschten Füllgewichts die Pumpe drosselt und dann über ein Magnetventil ein Nachtropfen von Apiinvert verhindert. In 2025 wird die Abfüllung dann statt über ein Wiegesystem, mit Hilfe einer Zapfpistole wie bei einer KFZ-Tankstelle inkl. Durchflussmessung erfolgen.
Ich hoffe jeder der das hier liest, kann jetzt in etwa nachvollziehen, dass der Zeitaufwand für Recherche und Umsetzung hoch war und 4-stellige Initialkosten angefallen sind, um die benötigten Materialien usw. zu beschaffen. Wenn du lieber Imker und liebe Imkerin also günstig und umweltfreundlich Apiinvert kaufen willst, bzw. euch als Verein mein Konzept gefällt, dann hoffe ich es ist für euch auch in Ordnung, dass ich auch ein paar Cent pro Kilo Apiinvert verdiene, damit ich das Angebot auch längerfristig anbieten kann 🙂